Essl Karlheinz

Karlheinz Essl wurde am 1. August 1960 in Wien geboren. Nach einer Ausbildung zum Chemie-Ingenieur studierte er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien (der ehem. Wiener Musikhochschule) Tonsatz bei Alfred Uhl, Kontrabaß bei Heinrich Schneikart, Komposition bei Friedrich Cerha und Elektroakustische Musik bei Dieter Kaufmann.

Sein Studium der Musikwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien schloß er 1989 mit einer Dissertation über Das Synthese-Denken bei Anton Webern ab. Essl begann als Kontrabassist in verschiedenen Kammermusik- und experimentellen Jazz-Ensembles. Parallel dazu setzte er sich mit mittelalterlicher Musik und Fragen der Aufführungspraxis auseinander. Besonderes Augenmerk gilt der Untersuchung über die Formalisierbarkeit musikalischer Prozesse (Computer Aided Composition). Die theoretische und praktische Aufarbeitung serieller Denkansätze brachten ihn in engen Kontakt mit Gottfried Michael Koenig und führten schließlich zur Entwicklung von verschiedenen Software-Environments für computergestützte Komposition.

Zwischen 1990 und 1994 wirkte Karlheinz Essl als "Composer in Residence" bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Zwischen 1992-1993 arbeitete er an einem Kompositionsauftrag des IRCAM in Paris und entwickelte dort eine Software-Bibliothek für algorithmische Komposition. Neben seiner Lehrtätigkeit am Studio for Advanced Music & Media Technology (im Rahmen des Linzer Bruckner-Konservatorium) betreut er als Musikintendant der Sammlung Essl zwei Konzertreihen mit Neuer und improvisierter Musik. Werke von Karlheinz Essl werden bei den wichtigsten internationalen Festivals aufgeführt und sind bei der Universal Edition (Wien), Breitkopf & Härtel (Wiesbaden) und TONOS (Darmstadt) verlegt. Daneben pflegt er die interdiszipläre Zusammenarbeit mit anderen Kunstsparten, Radiokunst und Musikinstallationen. Neben Instrumentalwerken und Kompositionen mit Live-Elektronik auch Realtime-Kompositionen, Improvisationskonzepte, Klanginstallationen, "site"-spezifische Musik- und Raum-Performances sowie Internet-Projekte.

Ständige Auftritte als Live-Performer mit seinem selbstentwickelten computerbasierten Meta-Instrument m@ze°2 (Modular Algorithmic Zound Environment) im Bereich von New Electronic Musik und freier Improvisation. Außerdem ist Essl auch als Musikschriftsteller tätig und veröffentlicht vorwiegend Aufsätze zur zeitgenössischen Kompositionstheorie. Zwischen 1991 und 1993 war er Chefredakteur von ton - der österreichischen Zeitschrift für Neue Musik. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit dem Design von HTML-Dokumenten im World-Wide Web.

 

Foto: Julia Wesley

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