17.06.07 14:38

Digitale Demenz

dide_kn.gifDass Computer doof sind, wissen wir natürlich. Sangen ja schon in den 1980ern die Spatzen von den Dächern Jungs von der Spliff Radio Show. Ach was, das haben Sie vergessen? Tja - gut möglich, dass daran Ihr doofer Computer schuld ist...

Aber Spass beiseite: Tatsächlich hat die Wissenschaft festgestellt, was dem einen oder der anderen hin und wieder längst selbst aufgefallen sein dürfte - nur dass er oder sie es wahrscheinlich dann gleich wieder vergessen hat:

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Die Delegation von Gedächtnisleistungen an das Memory eines Datenträgers mag bequem sein. Sie macht aber auch bequem. Und zwar allem voran unser eigenes Gedächtnis. Dessen Speicherfähigkeit bleibt auf diese Weise nämlich nicht etwa einfach frei für andere Inhalte. Leider leidet auch die Merkfähigkeit an sich, weil sie sozusagen aus dem Training kommt.

Klassisches Beispiel: Die Menschen, die sich Telephonnummern nicht mehr merken, sondern einfach gleich dem Chip ihres Mobilen anvertrauen - und wenn dieser dann versagt, gewaltig auf dem Schlauch stehen. Wie war doch gleich die Nummer der Auskunft? Verdammt...

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Nun gibt es einen einprägsamen Begriff für dieses Phänomen, nämlich "Digital Dementia" - wie koreanische Mediziner es bezeichnen. Zu (medizinerlatein-)deutsch also: "Digitale Demenz", wie Florian Rötzer seinen jüngst im Netzkulturmagazin telepolis erschienenen Artikel titelte, der kompakt über den Stand der Forschung informiert.

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Wie dem schleichenden Verfall der kognitiven Kompetenzen entgegenzuwirken bzw. vorzubeugen ist? Habe ich doch glatt schon wieder vergessen. Ganz einfach: Üben, üben, üben. Wer hätte das gedacht?





Publiziert von miss.gunst am 17.06.07 14:38 in der Kategorie nachdenken

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