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19.04.08

Kultur und Digitalisierung - die Dokumentation

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Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Kultur? - Dieser Frage ging ein Symposium nach, welches das Migros-Kulturprozent vom 17.-19.April 2008 im l'Arc in Romainmotier durchführte. digitale brainstorming dokumentiert exklusiv eine Reihe von Referaten und Interventionen im Originalton als mp3

Der Siegeszug der digitalen Medien ist mehr als eine technische Innovation, nämlich ein epochaler, einschneidender Medienumbruch: Der Computer ist zum Leitmedium der Gegenwart, der Gebrauch des Computers zu einer Kulturtechnik geworden: „An die Stelle des alphabetisierten Humanismus tritt die digitalisierte Weltgesellschaft (Norbert Bolz)“. Kultur und Medialität sind eng miteinander verbunden. Was genau passiert aber in diesem Medienumbruch in Kultur und Gesellschaft genau? – Wo sind die Bruchlinien? – Welche Chancen bietet dieser Wandel?

Dokumente
Programm; Kurzbiografien Konzept

Konzept und Realisation der Tagung: Migros-Kulturprozent. Vorbereitungsgruppe: Claudia Rosiny, Bern; Peter Haber, Basel; Giaco Schiesser, Zürich; Veronika Sellier, Zürich; Dominik Landwehr, Zürich.

Weitere Bilder in der Fotogalerie zur Tagung

Weitere Informationen auch auf folgenden Seiten:
Weblog des Hist.net (Peter Haber)
rebell.tv (Stefan M.Seydel)

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Felix Stalder, Wien:
Zum Begriff der Informationsgesellschaft - eine soziologische Perspektive. Audio mp3 (28 MB - 28 Min)
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Stefan Münker, Berlin:
Web 2.0 - Gedanken aus medienphilosophischer Sicht. Audio mp3 (25 MB - 25 Min)
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Mela Kocher, Zürich
Ich bin vernetzt, also bin ich. Jugend, Medien, Internet und Digitalisierung. Audio mp3 (28 MB - 28 Min)
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Jakob Krameritsch, Wien
Der DJ-Bonus. Audio mp3 (25 MB - 25 Min)
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Daniel Fueter, Zürich
Über das digitale Verfertigen von Gewittern. Audio mp3 (21 MB - 21 Min)
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Verena Kuni, Frankfurt
Vom Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit. Audio mp3 (29 MB - 29 Min)
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Gundolf Freyermuth, Berlin:
Thesen zu einer Theorie der Transmedialität. Audio mp3 (45 MB - 45 Min)
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Stefan M.Seydel:
Social Worker in Residence
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Peter Haber, Basel:
Archiv, Speicher, Bibliothek. Digitalisierung als Alltagsphänomen und Herausforderung für die Kulturwissenschaften. Hören
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17.04.08

Die globale Zeit zur globalen Erzählkunst

Am 19. April findet im Rahmen des Genfer Mapping-Festivals eine Online-Live-Performance namens LRRH statt. LRRH wird die spröde Kunst des Online-Storytellings betreiben, da es sich aber um Video handelt, besteht doch noch Hoffnung, dass die Performance etwas anschaulicher und bildmächtiger sein wird als ihr Name. Die sich zwischen dem kolumbianischen Festival "Festival de la Imagen" und dem Genfer Festival "Mapping" abspielende Performance wird von "Sitemapping", dem Medienkunst-Förderinstrument der Eidgenossenschaft, unterstützt.

Wir werden es am 19. April ja - hoffentlich - sehen, ob LRRH die digitale Erzählkunst weiterbringt. Und nutzen die Wartezeit, um auf einen kleinen, aber nützlichen Dienst hinzuweisen, den die globale Erzählkunst von AETHER9 dringend nötig hat und darum auf ihrer Website auch prominent verlinkt: http://www.worldtimeserver.com.

Das Kollektiv reiht seine Kunst der Teleperformance in eine Tradition ein, die 1837, mit der Erfindung des Telegraphen, seinen Anfang nimmt. Aktuellere Referenzen sind Beuys (1977), Name June Paik mit "Hello, Mr. Orwell" (1984), Kit Galloway and Sherry Rabinowitz mit "Electronic Café" (1984), Van Gogh TV mit "Piazza Virtuale" (1992), der erste Release von Skype (2003) oder die erste GISS-Performance in Porto Allegre. AlleSSSSS klar?

12.04.08

Konstruieren, erfinden, basteln: Besuch beim Cyberniklas

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Niklas Roy, genannt Cyberniklas aus Berlin, gehört vielleicht zu den begabtesten und vielseitigsten Maschinen- und Bastelkünstlern der Gegenwart. Gallery Drive heisst sein neustes Projekt, eine Art Geisterbahn für Galerie und Museeen. Ein persönlicher Kommentar zu Gegenwartskunst?

Niklas Roy hatte das Glück, gleich mit seinem ersten Werk Erfolg zu haben: Pongmechanik hiess sein erstes Werk mit einer ebenso simplen wie genialen Idee: Eine mechanische Umsetzung des Computerspiel-Klassikers Pong. Eine Art von reversem Retro-Engineering. Das Werk stellt die gängige Wahrnehmung vom linearen Fortschreiten der Entwicklung, vom Übergang zwischen der analogen und digitalen Welt radikal in Frage. Und legt gleichzeitig Zeugnis eines begabten hartnäckigen Konstrukteurs und Erfinders.

Für den digital brainstorming Podcast entwickelte Niklas Roy in wenigen Stunden ein Bastelprojekt, das sich mit wenig Aufwand nachbauen lässt: Eine analoge Quitschorgel.

Hier gehts zum Gespräch von Dominik Landwehr mit Niklas Roy

Weitere Werke mit viel Fotos und Videos auf der Homepage von Niklas Roy

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Merkwürdige Maschinen in Wolfsburg

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Ein gewaltiger Mercedes Sechszylinder-Motor, der einen Plattenspieler antreibt - dass die Musik, die dabei herauskommt, zum Heulen ist, muss nicht weiter erklärt werden. Diese ungewöhnliche Installation stammt vom Münchner Künstler Alexander Laner und ist im Kunstverein Wolfsburg zu sehen. Der Titel der aktuellen Ausstellung heisst "Merkwürdige Maschinen" und der Titel ist gleichzeitig auch Programm des kleinen Museums in der Volkswagen Stadt, wie der Kunstverein Kurator Justin Hoffmann im digital brainstorming Podcast erklärt.

Alexander Laners Plattenspieler ist nicht das einzige merkwürdige Objekt. Da gibt es auch zwei Installationen von David Moises, die mehr als merkwürdig sind: Etwa ein Fahrrad, das eigentlich ein Hometrainer ist: Mit Treten wird zunächst Strom erzeugt, der dann einen kleinen Elektromotor antreibt. Die Vorwärtsbewegung auf diese Art ist natürlich langsam und beschwerlich.

Dahinter steckt nicht einfach nur die Lust am Absurden, wie der Kurator Justin Hoffmann in seinem Einleitungstext erklärt:

"Merkwürdige Maschinen sind künstlerischue Arbeiten zwischen Elektrogerät und Skulptur. Sie markieren subjektive Eingriffe in die technologisierte Welt der Waren. In der Neukombination von Maschinellem und dessen Manipulation entstehen Objekte und Installationen, deren vorrangiger Wert in der Ausdrucksqualität und in der metaphorischen Aussage liegt. Ihre scheinbare Dysfunktionalität, d.h. vom Gebrauchswert aus gesehen ihre Nutzlosigkeit, ist ihre neue Funktion"

Die Ausstellung "Merkwürdige Maschinen" ist nur noch bis zum 20.April im Kunstverein Wolfsburg zu sehen. Aber "Merkwürdige Maschinen" ist in einem gewissen Sinn auch das künstlerische Programm dieses kleinen Museums: Denn in der Volkswagenstadt Wolfsburg gibt es bestimmt so etwas wie eine besondere Affinität zu Maschinen, Automation und Robotik.

Justin Hoffmann, Kurator beim Kunstverein Wolfsburg, erklärt im digital brainstorming Podcast die gegenwärtige Ausstellung und die Hintergründe seiner Arbeit. (20 Minuten, 15 MB)
(Bild und Interview Dominik Landwehr)

Mit Picidae durch den chinesischen Firewall

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Dass China alles andere als ein freies und demokratisches Land ist, ist selten so klar wie in diesen Tagen: Unterdrückung in Tibet, Zensur im ganzen Land sind Stichworte dazu. Ein listiges Projekt aus der Schweiz findet einen Weg, die chinesische Zensur zu umgehen. Es heisst Picidae - lateinisch für Spechte - und stammt von den beiden Zürcher Künstlern Christoph Wachter und Matthias Jud.

Trotzdem verstehen sich die beiden nicht primär als politische Aktivisten sondern als Künstler und ihr Thema ist nicht nur Zensur, sondern auch Wahrnehmung, erklären sie im digital brainstorming Podcast. Sie wollen mit ihrem Projekt einige Internet-Mythen widerlegen. Das Netz ist voller Löcher und Lücken und weder allwissend, noch omnipräsent, das eine ihrer Schlussfolgerungen.

Das Picidae Projekt, das im vergangenen Jahr einen Werkbeitrag von 25 000 CHF vom Migros-Kulturprozent erhielt, ist in diesen Tagen sehr gefragt. Die beiden Schweizer Künstler sind fast ständig auf Achse und sind an den verschiedensten Festivals anzutreffen. Viel Ehre, aber kein Einkommen: Die meisten Festivals bezahlen nämlich nur gerade die Spesen für Reise und Unterkunft.

In unserem Interview weisen sie auf einen weiteren Aspekt ihres Projektes hin: Immer mehr Firmen beschränken den Internet-Zugang ihrer Mitarbeiter und filtern Angebote aus, die sie für nicht angemessen halten. Chinesische Zustände also auch innerhalb der Firmenmauern. Ein besonders absurdes Beispiel ist die Geschichte eins Hotelportiers, der einem Gast die Website des Wäsche-Herstellers Calida zeigen wollte. Hier half der Umweg über die Picidae Seite.

Der Picidae Code lässt sich übrigens mit wenig Aufwand in die eigene Website einbetten. Damit kann jede Website zu einer Zwischenstation für Internet-User werden, die durch Zensur behindert werden.

Das Interview mit Christoph Wachter und Matthias Jud von Picidea. (20 Minuten, 15 MB)


Und hier gehts zu Picidae


08.04.08

Robotik-Forscher Rolf Pfeifer mag Kunst-Roboter

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Kunst und Wissenschaft sind keine Gegensätze - das gilt auch für die Robotik. Und das bekräftigigt auch der Zürcher Wissenschafter Prof.Rolf Pfeifer, der sich am vergangenen Wochenende die Musikroboter von Daniel Imboden, Lisette Wyss und Renato Grob angesehen hat, die im Rahmen des digital brainstorming des Migros-Kulturprozent zu sehen waren.

Rolf Pfeifer leitet an der Universität Zürich das Artificial Intelligence Lab, das kürzlich seinen 20.Geburtstag feiern konnte. Der unkonventionelle Forscher ist international bekannt und weilt regelmässig in den USA und in Japan. Von den Musikrobotern, die im digital brainstorming zu sehen waren, zeigte er sich geradezu begeistert: "Wir sind auch ein bisschen neidisch, auf die freie Arbeitsweise der Künstler", meinter er im Gespräch, das man auch als Podcast beziehen kann.


Audio-Interview mit Prof.Rolf Pfeifer (12 Minuten, 11 MB)
Mehr Bilder in der Fotogalerie

Weitere Podcasts zum Thema Musikroboter
Interview mit Daniel Imboden, dem Schöpfer von Petrol und Supermax
Interview mit Lisette Wyss und Renato Grob, die Eltern des Musikrobotik-Projekts "Rozzobianca"


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04.04.08

Bilder und Interviews zur Roboter-Show

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Vorhang auf für die Musikroboter. Ein Szenenbild aus der Berner Dampfzentrale mit dem Musikroboter Freddy Fantastico...eine Bildergalerie und ein ganzer Reigen von spannenden Interivews

Ziemlich schräge Bilder gabs auch in den Workshop, wo beispielsweise Schuhbürsten zum Heruumfahren modifiziert wurden. Nützlich!

Weitere Aufführungen und Workshops in Basel.

Und weitere Bilder in unserer Fotogalerie


Podcasts zum Thema Musikroboter (jeweils 12-15 Minuten, ca 10-12 MB)
Interview mit Daniel Imboden, dem Schöpfer von Petrol und Supermax
Interview mit Lisette Wyss und Renato Grob, die Eltern des Musikrobotik-Projekts "Rozzobianca"

Blogeintrag in Blogspot Musicthing: Rozzobianca is the best all-robot band yet

Audio-Interview mit Prof.Rolf Pfeifer vom Artificial Intelligence Lab der Uni Zürich


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bitbug Tüftler Michael Gianfreda im Gespräch

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Ein ziemlicher Tausendskerl, der Berner Musiktüftler, Bastler und Künstler Michael Gianfreda. Bitbug heisst eine seiner Kreationen, die er im digitalbrainstorming-Podcast vorführt

Er lebt im Berner Lorraine-Quartier gleich an der Aare und in seiner Wohnung türmen sich Geräte aller Art, die er benutzt, umbaut oder einfach lagert. In unsere Gespräch führt er seinen bitbug Radnom-Beat-Generator vor. Dass er auch mit ganz "normalen Synthesizern" umgehen kann, zeigt ein Blick in die hintere Ecke seines Arbeitszimmers, wo zwei alte, analoge Korg-Synthesitzer stehen:"Damit hab ich früher zu Zeiten meines Projekts 'Kaleidophon' gespielt", erklärt er dazu.

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Hier gehts zum Gespräch

Michael Gianfreda wurde 2007 vom Migros-Kulturprozent im Rahmen der Werkbeiträge für digitale Kultur gefördert.

Michael Gianfreda: Bitug Homepage

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