Derb, elegant und raetselhaft: Anna Kanais neuster Coup
Am kommenden Samstag, 15. November, lädt die Zürcher Galerie Sirupspace um 17 Uhr zur Vernissage der schweizerisch-japanischen Künstlerin Anna Kanai ins Restaurant Nordbrücke ein.
Da selbst lange an der Nordbrücke wohnhaft, erweckt der rätselhafte Titel "A glimpse in the Ass of Infinity" die Hoffnung, dass nun doch ein Kraut gegen die einst so unverwüstliche Prosa des Quartiers Wipkingen gewachsen sei. Wenn, dann gelingt dies Anna Kanai, die sich in den letzten Jahren als eine Art Magellan des Zürcher urbanen Raumes erwiesen hat. Anna Kanai verdanken wir die (Wieder)Entdeckung der Unterführung unter der Dreirosenbrücke, die sie zusammen mit dem Team Publiclab.ch (Kanai, Tian Lutz, Nadja Baldini) seit mehr als drei Jahren zum temporären Video-Ausstellungsraum Videotank unfunktioniert hat. Oder einen neuen Blick auf die Fussgängerpassage Ulmbergtunnel, die Verbindung zwischen Selnau und Enge:
Publiclab rüstete den Tunnel während der Installation Walk through in ganzer Länge mit selbstgebastelten Lautsprechern aus, welche die einsamen PassantInnen auf ihrem Weg durch den Tunnel mit Texten von Beat Sterchi oder BigZis begleiteten. Ein einziger Vandale machte dem Audio-Spektakel zwar ein abruptes Ende, doch wegen der nicht so leicht zu überbietenden Verwegenheit von Anna Kanai und ihrem Team sollte "Walk trough" in der Geschichtsschreibung der Kunst im öffentlichen Raum Zürichs dereinst einen Ehrenplatz einnehmen.
Organisiert wird die Veranstaltung - Ausstellung? Installation? Performance? - vom kommenden Freitag, 17 Uhr von der Galerie Sirup.space.com, die in der Enge liegt und hier mit dem Restaurant Nordbrücke kooperiert.

