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20.02.09

Wer nutzt Podcasts? - Aktuelle Studie aus Deutschland

Podcasts ermöglicht zeitversetztes Radiohören und Fernseh-Schauen - Podcasting gehört deshalb zu den interessantesten Optionen in der neueren Internet-Entwicklung. Wie wird diese neue Form aber genutzt? - Vom Publikum und von den Machern? - Diese Frage prüft eine deutsche Studie, die in der aktuellen Nummer der ARD Publikumsforschungs-Zeitschrift "Medi-Perspektiven" veröffentlicht ist.

Um es kurz zu machen: Man weiss noch nicht viel über die Podcast-Hörer und ihre Hörgewohneiten. Entsprechend tappen die Macher auch mehr oder weniger im Dunkeln. Immerhin soviel ist klar: Jüngere Zielgruppen nutzen die neuen Möglichkeiten mehr als ältere. Und etwas interessanter als das: Nicht das Mainstream-Publikum nutzt Podcast, sondern eher das bildungs- und kulturorientierte Publikum.

Das, liebe Kulturvermittler würde doch neue Perspektiven ermöglichen...

Fazit der ARD-Studie:

"Generell ist festzuhalten, dass bis heute die Möglichkeiten der neuen Repräsentanz von Radio-Audiowelten im Internet weder seitens der Produzenten voll ausgeschöpft noch vom Hörer umfassend entdeckt oder erschlossen sind. Es handelt sich um einen beidseitigen Lernprozess, bei dem sowohl die Radiomacher und Webmaster als auch die Rezipienten noch ein Stück Weg vor sich haben. "

Media-Perspektiven 1/09Ekkehardt Oehmichen/Christian Schröter:
Podcast und Radio: Wege zu einer neuen Audiokultur? Befunde zur Akzeptanz und Nutzung von Audio-on-Demand und Podcast 2008

Und apropos: Podcast von digital brainstorming - und vom Migros-Kulturprozent

Roboter-Themenpark in La-Chaux-de-Fonds

Noch ist es Zukunftsmusik - aber die Visionen sind da: Die Idee eines Roboter-Themenparks im Jura, genauer in La-Chaux-de-Fonds

So wie es aussieht, ist die Idee schon etwas mehr als die Vision eines Phantasten: Promotor ist Serge Bringolf, ein initativer Unternehmer aus der Region. Und für die Konkretisierung der Idee hat er Geld von der Eidgenossenschaft und auch von der Loterie Romand erhalten.

Ein Blick auf die Website lohnt sich: Voilà - Robosphère - la scène des mondes robotiques

Nachdenken über das Zeitungs-Sterben

Dem Medium Zeitung geht es schlecht - das spürt man auch in der Schweiz: Die TA-Media-Gruppe investiert verzweifelt in Gratiszeitungen, die NZZ entlässt Personal. Wohin geht die Reise. Keine Antwort aber ein paar kluge Gedanken dazu gibt ein aktueller Aufsatz in den Schweizer Medienheften

Stephan Weichert und Leif Kramp denken in ihrem Artikel nach und fassen zunächst mal die Fakten klug zusammen: Klar ist längst: Wir haben es mit einem globalen Phänomen zu tun. Der Grund für die aktuelle Zeitungskrise, die eigentlich eine Medien-Krise ist, liegt im Internet.

Längst ist klar, dass sich die Geschäftsmodelle von gestern nicht einfach auf das neue Medium Internet übertragen lassen. Konkret: Was im Print verloren gegangen ist, lässt sich nicht einfach so über Netz-Aktivitäten wieder reinholen.

Was wohl am meisten bedroht ist: Qualität, Recherche - Dinge, die Zeit brauchen. Nicht jede Newsline ist eine wirkliche Geschichte, jedenfalls nicht jene, für die man sie zunächst hält: Die Schwindlerin von Stettbach lässt grüssen...

Höhere Wertschätzung als auch schon erfährt in diesen Not-Zeiten das öffentlich-rechtliche Modell - unsere viel geschmähten SRG-Sender. Verzeihung: SRG-SSR - idée Suisse. Und Stiftungen könnten hier wichtige Arbeit leisten:

"Auch wenn es dem Markt allein überlassen bleiben sollte, über die Zukunft der Presse zu entscheiden, spricht nichts gegen indirekte medienpolitische Fördermaßnahmen wie im Fall des Berliner Online-Portals «Perlentaucher», das knapp drei Jahre lang im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung den europapolitischen Newsletter «eurotopics» betreute."

So oder so: Das Internet wird wohl das News-Medium der Zukunft sein.

"Auch die Verlage sind gefragt, trotz einschneidender Verluste in die multimediale Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren und die Etats der Online-Redaktionen weiter aufzustocken, statt herunterzufahren. Ob auf Papier gedruckt oder von multimedialer Gestalt im Internet: der morgige Wert oder Unwert des Journalismus wird sich schließlich daran bemessen lassen müssen, ob es ihm gelingen kann, weiterhin – um es mit Brecht zu sagen – ein Mittel zur Ordnung und zugleich zur Unordnung zu sein."

Höchst unklar ist heute - und hier wissen die beiden Medienwissenschafter auch kein Rezept - die Rolle von Blogs, etwas despektierlich "Laien-Journalismus" genannt.

Weiterdenken - weiterbeobachten.

Wir bleiben dran.

Medienheftehttp://www.medienheft.ch/politik/bibliothek/p09_KrampWeichert_01.html

13.02.09

KORG-Synthi für die Westentasche

Eigentliches ist es nur eine kleine Cartridge, ein Game für den Nintendo DS - aber das Programm ist deutlich mehr als ein Game: Die Simulation eines alten KORG-Synthesizers. Das Programm kostet 61 Franken, Nintendo DS gibts ab 190 - damit hat man für 250 Franken einen Taschen-Synthesizer, der es in sich hat. Erhältlich ist das kleine Wunder bereits seit letztem Frühjahr - und wird längst von Profis benutzt und geschätzt.

Der KORG DS-10 ist die Simulation des legendären analogen KORG-Synthesizers MS 20, der 1978 auf den Markt kam. Die Simulation lässt sich sehen und wird von der Szene begeistert aufgenommen. Davon zeugen Dutzende von Videos auf Youtube, wo es mittlerweile sogar Video-Lehrgänge für das kleine Ding gibt. Positiv äussert sich auch die Fachwelt. Das Musik-Magazin DEBUG schrieb letztes Jahr dazu:

"Korg stellt zur Musikmesse überraschenderweise KORG DS-10 vor, ein Music Production Studio für Nintendos DS. Mit dabei: zwei patchbare (!), mit je zwei Oszillatoren ausgestattete virtuell - analoge Synths, ein sechsspuriger XOX - Sequenzer und ein Drumsynthesizer, dazu gibt es noch ein Delay, einen Chorus und einen Flanger.


Erhältlich im Fachhandel - zum Beispiel bei digitec.

Hier noch einmal ein etwas wilderes Beispiel mit Michael Foreshaw

07.02.09

Embedded Art - Kunst im Namen der Sicherheit

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"Embedded Art - Kunst im Namen der Sicherheit" - das ist der Titel einer Ausstellung, die noch bis zum 22.März in der Berliner Akademie der Künste zu sehen ist. Die Wahl des Ortes in unmittelbarer Nachbarschaft zu den protzigen Botschafts-Gebäuden der USA, Englands und Russlands ist ein Glücksfall für die ungewöhnliche Ausstellung

Irritierend gleich der Empfang: Man reibt sich die Augen - aber da sitzt tatsächlich eine blonde junge Frau mit in einer schussicheren Weste an der Reception. Und das Ganze erinnert mehr an den Eingang eines Hochsicherheits-Traktes als an ein Museum. Und so gehts weiter: Ein Teil der Ausstellung ist unter dem Boden und nur nach Anmeldung zu besichtigen: Ein Uniformierter führt uns durch die Innereien des Gebäudes zu den Ausstellungs-Räumen: "Sie haben genau zehn Minuten" verkündet er in einem Ton, der keinen Widerspruch duldet. Später wird er laut hörbar seine Pistole aus dem Schulterhalfter ziehen und laut hörbar entsichern, bevor er sie wieder einsteckt...

Wir sehen Resultate einer Recherche zum Thema Polizei-Übergriffe. Der Raum ist voller Überwachungskameras, immerhin sind sie gut sichtbar angebracht. Und die Bilder der Überwachungs-Kameras werden live in eine Installation übertragen, die im grossen Saal der Ausstellungsräume zu sehen ist...

Im digitalbrainstorming Podcast erklärt der Ausstellungs-Kurator Olaf Arndt die Hintergründe der Ausstellung. Arndt ist Mitglied der Künstlergruppe BBM. BBM steht dabei für "Beobachter der Bediener von Maschinen".

digital brainstorming Podcast mit Olaf Arndt von BBM

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Ausstellungsseite "Embedded Art - Kunst im Namen der
Sicherheit"

Künstlergruppe BBM

Literatur:

Olaf Arndt et al.: Embedded Art. Art in the Name of Security. Presentedy by Akademie der Künste Blerin and BBM - Beobachter der Bediener von Maschinen. Berlin 2009. Argobooks

Dietmar Kammeraer: Bilder der Überwachung. Frankfurt 2008. Edition Suhrkamp. (es2550)

02.02.09

Klang-Galerie im Berliner Wasserturm

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Sie gehört zu den erstaunlichsten Kultur-Einrichtungen Berlins: Die Hörgalerie Singuhr, die in einem stillgelegten Wasserturm im Stadtteil Prenzlauer Berg untergebracht ist.

Initiant dieser Einrichtung ist der Musikwissenschafter Carsten Seiffarth, der sich ganz der Klangkunst verschrieben hat.

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Im digitalbrainstorming Podcast erklärt er, was in diesem Wasserturm genau passiert. Ausserdem stellt er zwei aussergewöhnliche Klangkunst-Projekte vor: Eine Sound-Performance mit der Talking Machine des deutsch-britischen Künstlers Martin Riches und eine weitere Aufführung mit dem ersten DDR-Synthesizer "Subharchord", gespielt vom Musiker Frank Bretschneider.

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Carsten Seiffarth hat auch mit Schweizer Künstlern gearbeitet - so zum Beispiel mit dem Zürcher Soundartisten Andres Bosshard, den er zu seinem "Rotobossophon" inspirierte. Diese Klang-Installation mit den rotierenden Lautsprechern zeigte er 2003 - damals war die Singuhr an einem anderen, ebenfalls ungewöhnlichen Ort untergebracht: In der Parochialkirche in der Nähe des Alexanderplatz.

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Links

Die Hörgalerie Singuhr
Bezugsquelle für die Singuhr-DVD: Edition RZ
digitalbrainstorming Podcast: Dominik Landwehr im Gespräch mit dem Singuhr-Initianten Carsten Seiffahrt


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