Giezendanners Videotank: Streunen Hoch 2
Seit letztem Freitag und bis am 26. Juni ist im Videotank unter der Zürcher Dreikönigsbrücke eine dreiteilige Videoarbeit sowie Wandbemalung des Zeichners Ingo Giezendanner alias Grrrr zu erleben. Dass Giezendanner für den Videotank der ideale Künstler ist, hat einige Gründe. Die Liebe zum Streunertum ist einer davon.
Der Videotank ist kein normaler Ausstellungsraum. Er ist ein Raum der Kunst, welcher dem Alltag abgelockt oder eher noch: welcher dem Alltag untergejubelt ist. Der Videotank zeigt Kunst, die fehl am Platz ist. Die es sein will - aber nicht, um zu provozieren. Es ist keine Rebellion, es ist sanfte, aber hartnäckige Erweiterung des Kunstbereichs. Ebenso ist die Kunst Giezendanners: Auch seine Zeichnungen sind fehl am Platz, seine Motive entstehen irgendwo, es sind Stadtbilder sonder Zahl, man hat den Eindruck, dass sie wuchern, wie Unkraut wuchern; überall, aber nicht dort, wo man sie erwartet. Sie wollen auch nicht nur an den richtigen Ort der Kunst sprich im Museum ankommen. Giezendanner publiziert seine Bilder in Büchern, im Netz, auf Zeitungspapier oder Stellwänden, er hat sie auch schon via Post verschickt. Giezendanner ist ein Streuner und er macht Streuner-Kunst. Im Videotank hat sie ihren Aussellungsraum gefunden. Es gab also Grund zum Feiern, wie an der Vernissage geschehen. Hier einige Bilder.
Die Vernissage beginnt gerade, ein Fischer auf dem Heimweg dreht bei und bietet Fische an.
Die Felchen finden begeisterte Abnehmer unter den Gästen.
Giezendanner zeigt nicht nur eine dreiteilige Videoarbeit hinter den drei Panzerglas-Scheiben der Aquarien, sondern hat die Passage in eine Installation verwandelt.
Kuratorin Nadja Baldini als Gastgeberin.
![]()
Giezendanner ist auf einem der Fotos zwar eingefangen, doch nur als Randfigur. Hier hingegen (s)ein gemaltes Konterfei.
![]()
Doch sein bürgerlicher Name verliert sich in die Buchstabenkaskade Grrrr, das Gesicht in die Pixel und Striche seiner Kunst.
