« Mai 2009 | Main | Juli 2009 »

20.06.09

Book out now: HOME MADE ELECTRONIC ARTS

homemade-buch2pano.jpg

Freude herrscht: Unser neues Buch ist nun erschienen und ab sofort erhältlich. Es heisst HOME MADE ELECTRONIC ARTS: Piratensender, Krachgeneratoren und Videomaschinen.

Eine ausführliche Beschreibung samt Leseproben gibts natürlich online - und zwar unter digitalbrainstorming. Und alle sind zur Vernissage am kommenden Samstag, 27. Juni im Museum für Gestaltung Zürich eingeladen. Beginn 12.30.

Aber es dürfte sich lohnen, das Programm des ganzen Tages anzuschauen: Am Vormittag Workshops mit ganz unterschiedlichen Themen - zum Beispiel Papier-Roboter falten mit Verena Kuni oder ferngesteuerte Kleinstroboter löten mit dem Lausanner Informatik-Pionier Jean-Daniel Nicoud. Am Nachmittag allerlei Demos, es geht vor allem um die Beiträge von Jugendlichen für den Medien- und Roboterwettbewerb bugnplay.ch.

Zurück zum Buch: Eben meldet Google Alerst eine Erwähnung in zwei Szene-Blogs. Bei den Agentinnen Zürich, die nach eigenen Angaben "Ermittlungen der besonderen Art" machen und im bei Fleury-Art. Danke an die fleissigen und schnellen Blogerinnen und Bloger.

Wenig später entdecken wir das Buch bei Amazon-Japan.

homemade-buch2-jp.jpg

08.06.09

Colloquium Kultur und Digitalisierung

seminar-alle.jpg

Zum zweiten Mal hat sich vom 4.-6.Juni eine Gruppe von Wissenschaftern und Künstlern getroffen um die Thematik "Digitalisierung und Kultur" und im Speziellen Fragen von speichern, erinnern und überliefern zu diskutieren. digitalbrainstorming dokumentiert das Colloquium - alle Referate sind hier zu hören und können auch (via iTunes Shop) abonniert werden.

Alle weiteren Informationen auf der Hauptseite zum Colloquium


Für einen programmatischen Auftakt sorgte das Referat der Zürcher Organistin Claudia Hinden: "Das Ohr und die Schrift oder: Kann man Musik sehen?"

hinden-buch.jpg

Der Basler Medienwissenschafter Christoph G.Tholen näherte sich der Thematik aus (medien)philosophischer und grundsätzlicher Warte - unter dem Titel" Archiv - Speicher - Erinnerung.Eine (vorläufige) Ortsbestimmung des kulturellen Gedächtnisses"

christoph-tholen.jpg

Der Radio-Regisseur Aldo Gardini näherte sich der Thematik aus biografischer Perspektive "Sichtbare Töne - der Einfluss der Digitaltechnik auf die Produktion von Radiosendungen" so der Titel seines Referates.

Einen künstlerischen Beitrag lieferten die beiden Solothurner Künstler Strotter Inst (Christoph Hess) und Flo Kaufmann mit ihrer Performance "Durchdrehen".

durchdrehen.jpg

Wie gehen wir mit den Fragen des Speichern um? - Dies eine der Leitfragen des zweiten Tages. Die Zürcher Videokünstlerin Käthe Walser näherte sich der Thematik über das Beispiel eines lichtkinetischen Werkes des argentinischen Künstlers Julio le Parc. Die Vorstellung, dass banale Glühbirnen in naher Zukunft verboten und deshab kaum mehr erhältlich sein werden, jagt nicht nur Konservatorinnen einen kalten Schauer über den Rücken

walser-installation.jpg

kaethe-walser.jpg

Bernhard Serexhe vom ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe brachte die Problematik auf die knappe Formel "Neue Medien – kurzes Gedächtnis?"

bernhard-serexhe.jpg

Wie aufwendig die Konservierung von digitalen Kunstwerken sein kann, zeigte das Referat von Tabea Lurk aus Bern: "Degradation als Alterungsphänomen"

tabea-lurk.jpg

Der Musiker Bruno Spoerri aus Zürich sprach über Fragen der Notation elektronischer Musik - seit den ersten Anfängen ein extrem schwieriges Unterfangen. Im zweiten Teil seines Referates demonstrierte er mit seinem Saxophon CAJ (Computer Assisted Jazz) und fragte: Was ist improvisiert und was ist ‚komponiert’?

spoerri.jpg

Eine Fortsetzung der ganz zu Beginn dargestellten Frage der Musik-Notation lieferte die Zürcher Organistin Claudia Hinden am Abend in der romanisichen Klosterkirche von Romainmôtier mit einem Musikprogramm, das die Zeit vom frühen Mittelalter bis zur Romantik abdeckte.

hinden-an-orgel.jpg

Lässt sich die Frage der Konservierung von einigen wenigen digitalen Kunstwerken wenn auch unbefriedigend lösen, so stellen sich bei der Digitalisierung und Konservierung ganzer Bibliotheken praktisch unlösbare Probleme. Und hier wird der epochale Einschnitt des Medienbruches, den die Digitalisierung darstellt, auf exemplarische Weise deutlich. Uwe Jochum, Fachreferent an der Konstanzer Universitätsbibliothek, verdeutlichte das am Beispiel der Buchgeschichte. "Der Körper der Tradition. Mit den Medien die Welt sehen"

uwe-jochum.jpg

Einen positiven Schlusspunkt setzte Marc Grellert von der TU Darmstadt mit der Darstellung des vielbeachteten Projejtes zur Digitalisierung zerstörter Synagogen in Deutschland: Potentiale digitaler Technologien für die Erinnerungskultur. Die zerstörten Synagogen in Deutschland".

grellert.jpg

synagogenpano.jpg

synagogen-innen-pano.jpg


Schlussdiskussion

Alle weiteren Informationen auf der Hauptseite zum Colloquium

06.06.09

etoy ohne CEO: Wildnis in- und extern

Letzten Samstag war Generalversammlung der etoy corporation. Die Kunstaktiengesellschaft hat ab sofort keinen CEO mehr, stattdessen wird ein Triumvirat die Geschäfte führen: Dazu gehören Ex-CEO Zai sprich Agent Zai, Agent Monorom und Agent Haefliger. Die andere Neuigkeit: etoy geschäftet weiter. Die letzte: Aus etoys Underground-Tank-System ist eine Container-Burg mit Sonnenterrasse in silbern glitzerndem Weidenwäldchen geworden.

Ex_Ceo_3.jpgPrivate Agent Zai statt CEO Zai: Das ist ein kleiner, aber interessanter Wandel, den etoy letzte Woche bekanntgegeben hat. Ein logischer Schritt, wie Zai an der Generalversammlung erklärte und Agent Monorom bekräftigte: Die Zusammenarbeit der drei langjährigen etoy-Agenten Zai, Monorom und Stefan Haefliger, welche so etwas wie das geschäftsführende Gremium von etoy darstellen, ist Team-Arbeit. Zai beschliesse nichts alleine, so Monorom. Und Zai gibt zu, nicht ganz ohne Resignation: Er habe schon lange nichts mehr zu befehlen. Hatte er jemals? Will man den Autoren der ungeliebten etoy-Monographie "leaving reality behind" von Adam Wishart und Regula Bochsler glauben, so war CEO Zai in den wilden 90er Jahren ein wahrer Despot. Glauben wir unserer eigenen Erfahrung als langjähriger journalistischer Beobachterin von etoys Kunst-Feldzug, dann war und ist Zai schlicht etoys bester Kopf, was angesichts so vieler brillanter Köpfe etwas heissen will. Doch eine solche Hommage an Zai verletzt und unterschätzt zweifellos das Kollektiv-Prinzip, das für etoys Funktionieren fundamental ist. Doch von einem Quentchen Monarchismus wollen wir nicht lassen: Von allen etoy-Köpfen war und ist der Ex-CEO der inspirierendste.

Obenstehendes Bild: Private Agent Zai, nachdenklich während der GV der etoy-Aktiengesellschaft, die im ersten Stockwerk, also im oberen von zwei aufeinandergestellten Containern, stattfand; in einem von etoys Orange dominierten Raum mit breiter Glasfront und Sonnenterrasse, mit Sicht auf wucherndes Grün.

JüngsterAktionär.jpg
Im Hintergrund (für die Unschärfe sei um Nachsicht gebeten!) Triumvirat-Mitglied und Informatik-Dozentin Monorom, im Vordergrund auf den Armen eines weiteren Agenten der jüngste Aktionär von etoy.

Diskussion_ZaiStefanGramazio.jpg
Im Vordergrund das dritte Mitglied des Triumvirats, der Wirtschaftswissenschaftler und Open-Source-Experte Stefan Haefliger; in der Mitte Fabio Gramazio, Gründungsmitglied von etoy und Architektur-Assistenzprofessor an der ETH.

Wildnis_1.jpg

Hinteransicht auf die etoy-Datscha, zu der die Container dank der Wildnis des Räffelparks mutiert sind. Das an den Gleisen der Üetlibergbahn gelegene Grundstück, auf dem die etoy-Container seit mehreren Jahren dank der Schweizerischen Lebensversicherungs- und Rentenanstalt Gastrecht geniessen, wuchert wild, eine wertvolle, eine aussergewöhnliche Brache Zürichs. Hier entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft das Basislager Zürich Binz mit temporären Ateliercontainern.

Fähnlein_1.jpg
etoys Orange trotzt der Natur!

05.06.09

Tages-Anzeiger/Newsnetz greift bitnik-Aktion auf

Der Tages-Anzeiger resp. der Online-Dienst Newsnetz greift die aktuelle Aktion der !Mediengruppe bitnik auf. In einem Stadtrundgang spüren sie nämlich Video-Überwachungskameras auf. Die Aktion, so der Newsdienst, passiert in einem Moment, wo solche Videokameras im öfffentlichen Raum spektakuläre Fahndungsresultate liefern

"Die Kunst Überwachungskameras anzuzuapfen heisst der Artikel im Tages-Anzeiger/Newsnetz" - gefragt wird unter anderem nach der Legitimität aber auch nach der Legalität einer solchen Aktion. Hier der Wortlaut aus dem Interview:

Die Veröffentlichung von Überwachungskamerabildern ist nach dem Fall der Schläger von Kreuzlingen in aller Munde, von Datenschützern wird das Vorgehen auch kritisiert. Sie veröffentlichen auch solche Bilder. Haben Sie keine Probleme damit?

Vor allem bei den Walks ist genau dies ein grosses Thema. Die Teilnehmer machen sich dauernd Gedanken wie «Darf ich das überhaupt sehen?» oder «Sind wir da nicht zu weit gegangen?». Jeder hat da seine eigenen Grenzen.

Ist dieses Abzapfen von Signalen überhaupt legal?

Wir kennen keine Rechtsprechung zu dem Thema. Wir umgehen keine Sicherheitsschranken, sondern lauschen einem unverschlüsseltem Signal welches nach Aussen dringt - ähnlich wie wenn man mit einem mobilen Empfänger Radio hört.

Hier gehts zum aktuellen Artikel vom Freitag 5.Juni 2009

home programm multimedia blog agenda newsletter links void referenten programmarchiv about

squares