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Der Mathematiker Shannon als Bastler - in der Ausstellung "Codes und Clowns"

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Der amerikanische Ingenieur und Mathematiker mit seiner Maschine "Theseus" - eine der Höhepunkte der Ausstellung "Code und Clowns", die zur Zeit im Heinz Nixdorf MuseumsForum zu sehen ist.

Bekannt geworden ist Claude Elwood Shannon (1916-2001) durch seine mathematischen Arbeiten zur Informationstheorie, die sich zum Beispiel mit der Sicherheit der Signalübertragung befassten. Er gilt als Wegbereiter des digitalen Zeitalters. Daneben war Shanonn aber ein begeisterter Bastler und leidenschaftlicher Jongleur. Er hat zum Beispiel richtige Jongleur-Automaten erfunden und diese Automaten sind auch Teil dieser Ausstellung, so etwa dieser Clown-Roboter.

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Die Ausstellung macht klar, dass Shannon nicht nur einen genialen analytischen Verstand besass sondern auch das Wissen und den Willen, seine Erkenntnisse umzusetzen und richtige Maschinen zu bauen. Die oben gezeigte Theseus-Maschine zum Beispiel gilt als die erste lernfähige Maschine: Sie zeigt, wie eine mechanische Maus einen einmal gefundenen Weg durchs Labyrinth wiederholen kann.

Die Jongliermaschine oder der Labyrinth-Computer dürfen trotz der gewiss spielerischen Elemente als durchaus ernsthafte Arbeiten bezeichnet werden. Bei anderen Experimenten bricht dann der Schalk und vielleicht auch Sarkasmus bei Shannon durch. Das gilt etwa für einen Rechner, der römische Zahlen bis zu +/- 70 verarbeiten kann. Ihn stattete Shannon sogar mit einem imposanten Namen aus "Thrifty Roman Numerical Backward Looking Computer". THROBAC - in Anlehnung an einen der ersten berühmten Grossrechner ENIAC.e


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Die absurdeste seiner Maschinen ist wohl gleichzeitig auch die bekannteste: Sie trägt den Namen "The inultimate machine" und ist auch als ON/OFF Maschine bekannt: Alles, was der Benutzer zunächst sieht, ist ein Schalter. Bewegt er diesen Schalter von OFF auf ON öffnet sich eine Klappe, eine Hand fährt heraus und stellt den Schalter wieder auf seine Ausgangsposition OFF.

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Die Exponate der Ausstellung stammen aus der privaten Sammlung von Betty Shannon, der Witwe des 2001 verstorbenen Shannon. Sie sind eine Leihagabe des Museums des Massachussets Institute of Technology.

Parallel zur Ausstelllung ist auch eine neue Monographie erschienen, die sich auch mit den bisher wenig bekannten Bastelarbeiten von Claude Shannon befast: Axel Roch:Claude E.Shannon. Spielzeug, Leben und die geheime Geschichte seiner Theorie der Information. Berlin: Gegenstalt Verlag 2009. Weitere Informationen und Auszüge aus dem Buch

Im digital brainstorming Podcast erläutert der Kurator der Ausstellung Jochen Viehoff einige der Exponate und erzählt über die Hintergründe der aktuellen Schau.

Die Ausstellung ist bis zum 24.April 2010 im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn zu sehen und ab dem 8.Mai am Kommunikationsmuseum in Berlin, später auch in Frankfurt und Nürnberg

Bildnachweis: oben:Massachussets Institute of Technoloy, unten: Dominik Landwehr, Migros-Kulturprozent





Publiziert von Sternenjaeger am 25.01.10 10:06 in der Kategorie hingehen

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