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Drohnenflug ueber Basler Ausschaffungsgefaengnis als Cyborg-Drama

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Wie schon vor einigen Tagen in diesem Blog berichtet, veranstalten die britischen Künstler Heath Bunting und James Kennard im Basler Grenzgebiet zu Deutschland, wenige Schritte vom Ausschaffungsgefängnis Bässlergut entfernt, seit einer Woche täglich Workshops. Zu den Workshops ist eingeladen, wer immer sich zwischen 14 und 17 beim Projektraum Bblackboxx einfindet; PassantInnen, JoggerInnen, aber vor allem AsylbewerberInnen aus dem gleich ans Ausschaffungsgefängnis Bässlergut angebauten Basler "Empfangs- und Verfahrenszentrum" des Bundesamtes für Migration. Am letzten Freitag, am zweiten Tag ihrer Workshop-Serie, liessen Bunting und Kennard ein Modellflugzeug mit darauf befestigter Kamera minutenlang über Asyl-Lager und Ausschaffungsgefängnis kreisen - doch dann wurde der Drohnenflug zum Cyborg-Drama. Die Basler Medienkunst-Expertin Barbara Strebel hat einige Standbilder aus dem kleinen Video-Drama für Digitalbrainstorming.ch ausgewählt.


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Der Drohnenflug bildete den Abschluss des zweiten Workshops, der am letzten Freitag, 6. August, stattfand. Zuvor hatten Heath Bunting und James Kennard die Teilnehmer des Workshops in die Survival-Techniken des Steinewerfens und Bäumekletterns eingeführt. Hier die zwei Briten während des Workshops am Ufer des Flüsschens Wiese (Heath Bunting im Hintergrund).

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Hier nun das erste Standbild, das von der auf dem Modellflugzeug befestigten Videokamera stammt. Sie filmt James Kennard, der gerade mit letzten Handgriffen die Verankerung der Kamera prüft. Kennard wird das Flugzeug steuern und sich dabei am Rande eines Stoppelfeldes, das an das Ausschaffungsgefängnis grenzt, bewegen.

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Auf einem kleinen Bildschirm auf dem Steuerungsgerät kann Kennard die Sicht der Kamera in Echtzeit mitverfolgen. Sobald das Modellflugzeug abhebt, eröffnet sich dem Piloten der Blick hinter die Mauern des Ausschaffungsgefängnisses, plötzlich ist die Übersicht über das angebaute Asyl-Lager da, die Drohne funktioniert perfekt. Hier der Blick auf deutsches Gebiet.

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Kennard kann mehrere Runden drehen, nun steuert er das Flugzeug knapp an einem Scheinwerfer des Ausschaffungsgefängnisses vorbei - zu knapp! Die Kamera filmt stoisch den herannahenden Mast mit dem Lampenschirm (Übrigens ist natürlich auch an diesem Mast eine Videokamera befestigt. Sie ist auf das Gefängnis-Innere gerichtet und befindet sich weiter unten am Mast ausserhalb des Standbild-Bereiches). Dann kommt es zum Crash, und mit einem Schlag geht Kennard die Übersicht verloren, die Welt steht Kopf.

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Die Welt rast plötzlich kreisförmig dem Betrachter entgegen und nun gerät in den Blick, was nicht Objekt, sondern nur das Hilfs-Medium des Filmens hätte sein sollen: Das in strahlendem Gelb gehaltene Modellflugzeug gerät ins Visier der Kamera. Denn diese hat sich durch den Aufschlag aus ihrer Verankerung gelöst und segelt alleine durch die Luft.

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Das Gefängnis, Objekt der Aufnahme, und das Flugzeug, Medium der Aufnahme, auf einem Bild vereint, die Welt ist einen Moment aus den Fugen. Kennard dazu: "Die Drohne, deren Sicht ich in Echtzeit mitverfolgte, war wirklich wie eine echte Erweiterung meines Körpers geworden, ein richtiges Cyborg-Gefühl. Respektive realisierte ich erst im Moment des Crashes, wie eng ich mit der Maschine verschmolzen war. Es war mir, als würde mir ein Arm abgerissen, als das Flugzeug crashte. Nicht nur das Flugzeug, sondern auch mein Blick wurde plötzlich aus seiner Bahn gerissen!"

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Die Kamera prallt auf den Boden auf und hört auf zu filmen. Das letzte Bild des Videos dokumentiert, dass die Kamera auf den Boden des Stoppelfeldes stiert. Doch zuvor, einen Augenblick vor dem Aufprall, war ihr offensichtlich noch ein letzter Blick in den Himmel gelungen!

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Während Bunting noch quer über das Stoppelfeld rennt und die wertvolle Kamera und das Flugzeug mit einem gebrochenen Flügel an sich nimmt, schlägt sich Kennard schon wortwörtlich in die Büsche. In der Hand hält er das Steuerungsgerät. Zurückgekehrt zum "Basis-Lager" der Workshops, dem Projektraum Bblackboxx, überspielen Bunting und Kennard den Film sofort aufs Laptop. Im Vordergrund Barbara Strebel, die beim Überspielen behilflich ist.

Das aktuelle Programm des Projektes "Phone Home Haraga, Heath Bunting und James Kennard" dauert bis und mit diesen Freitag, 13. August. Am Donnerstag und Freitag werden die Workshops von 14-17 Uhr von Bunting und Kennard kombiniert mit Vorträgen von WissenschafterInnen der Universität Basel:

- Heute Donnerstag, 12. August, 19.30 Uhr, wird die Historikerin Francesca Falk zusammen mit dem Germanisten Martin Mühlheim eine Führung im Grenzgebiet zum Thema "Flucht und Ausschaffung" machen.
- Am Freitag, 14. August, 17 Uhr, wird die Medienwissenschafterin Ute Holl vom Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel über Migration und mobile Medien beim Projektraum Bblackboxx referieren und mit ihrem Publikum diskutieren.

Informationen lassen sich bei der Projektleiterin Almut Rembges unter folgender Mobilephone-Nummer erhalten: 079 791 00 43.

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