20.01.13 10:59

Ein Paket für Julian Assange

Das neue Jahr ist noch jung. Aber bereits gibt es ein Schweizer Projekt im Bereich der digitale Kultur, das international von sich reden macht: "Delivery for Mr.Assange" von bitnik.org


In diesen Tagen hat die Zürcher Medienkunstgruppe bitnik.org ein Paket von Zürich nach London geschickt. Adressiert ist es an Julian Assange, den Gründer von Wikileaks, der im Moment in der Botschaft von Ecuador Asyl geniesst und nach Schweden und möglicherweise auch an die USA ausgeliefert werden soll.

Im Paket ist ein Sender verbunden mit Kamera und GPS. Damit lässt sich jederzeit verfolgen, wo sich das Paket befindet und wie es dort aussieht. Dass es einen grossen Teil der Zeit schwarz war, darf nicht erstaunen. Aber: zu guter Letzt hat das Paket seinen Bestimmungsort erreicht.


Julian Assange scheint die Botschaft dieser Aktion die in der Kunstwissenschaft wohl als Mail Art bezeichnet würde, begriffen und hat seinerseits mit einer kleinen Performance, die via Paket-Kamera aufgezeichnet wurde, geantwortet. Assange zeigte Bilder aus dem Innern der Botschaft - und schrieb eine Reihe von Namen von Leuten auf Zettel, die ihm wichtig sind. Dazu gehört etwa der Netzaktivist Aaron Swartz, der kürzlich tot aufgefunden wurde oder Bradley Manning, der wichtige Dokumente aus dem Irak Krieg an Wikileaks übermittelt hatte.

Das Projekt endete am 17.Januar 2013 - bedingt durch das Ende der Batterielaufzeit.

Die Aktion der Zürcher Medienkunstgruppe zeigt exemplarisch das poltische Potential der Medienkunst. Gut vorstellbar, dass die kleine Performance noch weitere Kreise ziehen wird! Die Zürcher Gruppe wurde 2012 auch vom Migros-Kulturprozent gefördert und zwar für eine ähnlich provokatives Projekt mit dem Titel "Human Cargo".

Dokumentiert wurde das Ganze auf einer eigenen Website von www.bitnik.org





Publiziert von Sternenjaeger am 20.01.13 10:59 in der Kategorie lesen

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