09.09.16 14:27

Vier Schweizer Projekte an der Ars Electronica 2016

Mit vier Projekten ist die die Schweiz ist dieses Jahr an der Ars Electronica besonders gut vertreten.
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Christoph Wachter und Mathias Jud erhalten in der Kategorie Interactive Art die Goldene Nica. Sie werden damit für die Arbeit «Can you hear me» ausgezeichnet, mit der sie 2014 im Berliner Regierungsviertel für Aufsehen gesorgt hatten. Auf dem Dach der Akademie der Künste, also genau zwischen den Horchposten der Amerikanischen und Britischen Botschaft, brachten sie improvisierte Antennen an und installierten ein unabhängiges Wifi-Kommunikations-Netzwerk, das über den Reichstag und das Kanzleramt bis zur Schweizer Botschaft reichte. Die Schweizer Botschaft spielte bei dieser Installation übrigens erstaunlicherweise mit.


Ebenso politisch ausgerichtet ist das zweite Projekt, das an der diesjährigen Ars ausgezeichnet ist: Die Ausstellung «Random Darknet Shopper» der !Mediengruppe Bitnik. In ihrer Ausstellung liessen die Künstler jede Woche einen so genannten Bot einen Gegenstand im Darknet kaufen und liefern. In einem Fall waren dies Ecxtasy Pillen, die 2014 in St.Gallen dazu führten, dass ein Staatsanwalt die Installation beschlagnahmen liess.


Neben diesen Gewinner zeigt die diesjährige Ars Electronica zwei wichtige Schweizer Arbeiten: Zum einen ist es die Installation «Recycling Yantra» von Raphael Perret. Eine innovative Dokumentation zum Thema Elektroschrott-Wiederverwertung in Indien.


«Face Cartogrphy» schliesslich ist eine Arbeit des Fotografen Daniel Boschung. Er lässt Gesichter mit einer robotergesteuerten Kamera fotografieren und gewinnt so ultrahochauflösenden Bilder, die aus 600 Fotos zusammengesetzt sind und durch ihre Schärfe und Detailgenauigkeit einen surrealen Eindruck erzeugen.


Drei der vier Künstler respektive Künstlergruppen wurden in der Vergangenheit vom Migros-Kulturprozent gefördert: Christoph Wachter und Mathias Jud, die !Mediengruppe Bitnik sowie Raphael Perret.


Die Preisverleihung findet am Freitag 9.September 2016 in Linz statt,


Das Bild zeigt die Arbeit "Can you hear me" von Christoph Wachter und Mathias Jud. Foto: Christoph Wachter und Mathias Jud.


Pressetext Prix Ars Electronica 2016





Publiziert von Sternenjaeger am 09.09.16 14:27 in der Kategorie lesen

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